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Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis)

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Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis)

Die Vogel-Nestwurz ist ausdauernd und 20 bis 35 (selten bis 60) Zentimeter hoch. Die ganze Pflanze ist gewöhnlich gelblichbraun, an Eichenholz erinnernd. Die Grundachse ist kräftig, walzlich, horizontal. Das kriechende Rhizom ist mit zahlreichen, verdickten Fasern besetzt, an deren Enden sich Adventivknospen bilden können, aus denen später oberirdische Triebe wachsen. Die Wurzeln sind zahlreich, fleischig und miteinander verflochten, nestartig angeordnet und ohne Wurzelhaare. Der Stängel ist dick, aufrecht, gerillt, ledergelb bis hellbraun, kahl oder oberwärts mehr oder weniger drüsenhaarig, mit vier bis fünf anliegenden, scheidenartigen, lanzettlichen Schuppenblättern. Diese können sich gelegentlich zu einer echten Spreite ausbilden.

Der Blütenstand ist reichblütig, oft verlängert, am Grunde meist locker, die untersten Blüten stehen jedoch zuweilen entfernt, oberwärts dicht. Die Tragblätter sind linealisch-lanzettlich, zugespitzt, ungefähr halb so lang wie der kahle oder drüsig-behaarte, gestielte Fruchtknoten, dessen Stiel gedreht ist. Die Blüten sind mittelgroß, aufrecht, nach Honig duftend, braun, hellbraun oder hellgraubraun. Die Perigonblätter neigen fast helmförmig zusammen; die äußeren sind ziemlich gleich gestaltet, halbkugelig abstehend, vorn zuweilen etwas kerbig gezähnt, die seitlichen inneren etwas schmaler, am Grunde ein wenig keilförmig.

Verbreitung

Verbreitung Neottia nidus-avis

Die Art ist in ganz Deutschland verbreitet, wird jedoch vom Süden zum Norden hin seltener. In den Alpen steigt sie bis 1500 Meter auf.

Hinweis: Datengrundlage der Karte ist die Datenbank FlorKart (BfN) aus deutschlandflora.de (NetPhyD), wie sie auf www.floraweb.de zur Verfügung gestellt wird (Datenstand 2013, zuletzt aufgerufen am: 01.07.2016)


Ökologie

Die Vogel-Nestwurz ist ein sogenannter Vollschmarotzer (Holoparasit). Sie ist fast ohne Chlorophyll, und auch ihre Spaltöffnungen sind spärlich und funktionslos. Die Pflanze benötigt bis zur Blühreife etwa neun Jahre. Nach der Blüte zerfällt das Rhizom oft von der Mitte her, und es entwickeln sich von randständigen Wurzeln ausgehende Tochterpflanzen, die dann nach einigen Jahren zur Blühreife gelangen. Wurzelhaare fehlen, stattdessen versorgt der Pilz die Pflanze vollständig mit Wasser, Nährsalzen und Assimilaten; es liegt also eine Myko-Heterotrophie vor. Die äußeren Schichten der Wurzelrinde besitzen Pilzhyphen im Zellinneren, es handelt sich also um eine endotrophe Mykorrhiza des Orchideen-Typs; in den weiter innen gelegenen Schichten werden die Pilzhyphen verdaut. Die Pflanze ist also kein Saprophyt sondern sie parasitiert auf dem Pilz. Da dieser gleichzeitig als ektotropher Mykorrhiza-Pilz in Kontakt mit den Baumwurzeln, z. B. von Buchen steht, stammen die organischen Verbindungen letztlich von den Bäumen; man spricht hier von Epiparasitismus.

Die vormännlichen Blüten sind unscheinbare, nach Honig duftende „Lippenblumen“ vom Orchideen-Typ. Ein Sporn fehlt, das Nektarium befindet sich in einer sackförmigen Ausbuchtung des hinteren Teils der Lippe. Der pulverförmige Pollen ist wenig zusammenhängend. Am Rostellum beschmieren sich die Bestäuber, besonders Fliegen, mit der Klebmasse eines hier abgegebenen Leimtropfens, mit deren Hilfe der Pollen an den Tieren haften bleibt. Selbstbestäubung erfolgt durch Pollen, der auf die Narbe herab fällt. Die Pflanze ist auch kleistogam und blüht und fruchtet dann unterirdisch oder geokarp. Die Früchte sind Kapseln, die sich im trockenen Zustand durch Längsspalten öffnen und als Wind- und Tierstreuer fungieren. Vertrocknete Fruchtstängel bleiben oft jahrelang erhalten. Die winzigen, länglichen Samen sind Körnchenflieger. Vegetative Vermehrung erfolgt durch die an den Enden der Wurzeln gebildeten Sprosse.

Die Blütezeit ist Mai bis Juli. Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Gefährdung

Die Vogel-Nestwurz ist eine unserer häufigeren Orchideen und aktuell nicht gefährdet.

Lebensraum

Als Standort werden schattige, nährstoffreiche Buchen- und Laubmischwälder bevorzugt.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Die Texte dieses Artikels basieren in Teilen auf dem Wikipedia-Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos dieser Webseite sind darin nicht eingeschlossen und unterliegen dem vollen Urheberrecht!

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Kenndaten

Ordnung Asparagales
Familie Orchidaceae
Art Vogel-Nestwurz
Wiss. Neottia nidus-avis
Autor (L.) Rich.
Häufigkeit mittel
Höhe 10 - 40 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Orchideen in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/pflanzenarten/orchideen/vogel-nestwurz/
Datum: 18.07.2018
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