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Kriechendes Netzblatt (Goodyera repens)

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Kriechendes Netzblatt (Goodyera repens)

Das Kriechende Netzblatt ist ein unscheinbarer, zierlicher, immergrüner und mehrjährig krautig wachsender Geophyt, der Rhizome als Überdauerungsorgane bildet und Wuchshöhen von etwa 5 bis 30 Zentimetern erreicht.

Die Pflanze wurzelt oberflächennah in Moos und Humus. Sie vermehrt sich sehr stark vegetativ durch Seitentriebe des kriechenden Rhizoms. Ein neuer Trieb wächst oft über Jahre hinweg bis zur Blüte heran und stirbt danach ab. Aufgrund dieses Wachstumszyklus ist das Kriechende Netzblatt die einzige immergrüne heimische Orchidee.

Drei bis acht ganzjährig sichtbare Laubblätter stehen gedrängt am Stängelgrund. Die gestielten Blätter haben, im Unterschied zu den meisten anderen einkeimblättrigen Pflanzen, eine deutlich sichtbare netzadrige Struktur.

Der schlanke, meist etwas einseitig ausgerichtete, ährige Blütenstand, samt Blütenstängel, ist behaart und trägt einige Hochblätter.

Die kleinen, weißen Blüten sind ebenfalls stark papillös behaart. Die Blütenhüllblätter neigen sich glockig zusammen. Die Lippe ist etwa 4 mm lang, im hinteren Teil bauchig und nach vorne rinnig, spitz auslaufend und abwärts gebogen.

Verbreitung

Verbreitung Goodyera repens

In Deutschland liegen die Verbreitungsschwerpunkte in den Bayerischen Alpen, im Schwäbischen und Fränkischen Jura, in Thüringen, Nordosthessen und Unterfranken. Außerhalb dieses Verbreitungsgebietes ist sie in Deutschland nur noch selten anzutreffen.

Hinweis: Datengrundlage der Karte ist die Datenbank FlorKart (BfN) aus deutschlandflora.de (NetPhyD), wie sie auf www.floraweb.de zur Verfügung gestellt wird (Datenstand 2013, zuletzt aufgerufen am: 01.07.2016)


Ökologie

Das Kriechende Netzblatt ist ein immergrüner Hemikryptophyt. Das Rhizom kriecht im Moos oder Humus und ist nicht scharf von den Luftsprossen abgegrenzt. Die Blütentriebe sterben kurz nach der Blüte zusammen mit der dazugehörigen Blattrosette ab. Es ist die einzige immergrüne Orchidee Deutschlands. Knollen sind nicht vorhanden. Die Pflanze lebt mit einem Mykorrhizapilz in endotropher Mykorrhiza von Orchideentyp zusammen. Der Pilz ist ein Vertreter der Formgattung Rhizoctonia (Hyphomycetes), zu der auch u.a der Erreger der Rübenfäule gehört.

Die Blüten sind Nektar führende Lippenblumen vom Orchis-Typ. Die süßlich riechenden Blüten stehen in lichtwendigen vielblütigen Trauben; ihre Pollinien sind granulär. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln. Die Blütezeit beginnt Mitte Juni und erstreckt sich bis Mitte August.

Die Früchte sind Streukapseln, die Samen von nur 0,002 mg Gewicht entlassen; diese gehören damit zu den leichtesten Samen des Pflanzenreichs und verbreiten sich als Körnchenflieger. Fruchtreife ist im Oktober.

Die Vegetative Vermehrung ist lebhaft und erfolgt durch ausläuferartige Seitentriebe des kriechenden Rhizoms.

In Mitteleuropa wurde ihr Vorkommen durch menschliche Waldwirtschaft begünstigt, insbesondere durch neuzeitliche Kiefernaufforstungen. Das Kriechende Netzblatt wächst in moosreichen, mäßig feuchten bis mäßig trockenen Nadelwäldern, meist Kiefern- oder Lärchenwäldern, seltener in Mischwäldern. Dabei bevorzugt es lichte oder halbschattigen Stellen. In Mitteleuropa kommt es vorwiegend auf basenreichen Böden vor.

Gefährdung

Das Kriechende Netzblatt ist an Sekundärstandorten insbesondere durch die natürliche Sukzession bedroht. Wenn Kiefernwälder von Laubgehölzen unterwandert werden und sich schließlich zu Mischwäldern entwickeln, verschwindet die Orchideenart sehr schnell.

Lebensraum

Das Kriechende Netzblatt braucht trockenen und zumindest oberflächlich entkalkten Boden mit einer Rohhumusauflage, die sich nur schwer zersetzt. Es erträgt schon mäßig hohe Konzentrationen an Stickstoff nicht.

Es besiedelt Fichten- und Kiefernwälder, in den Alpen auch Bach begleitende Gebüsche. Es bevorzugt Lagen mit trockenen Sommern oder mit „physiologisch“ trockenen Böden, wie sie als entkalkte Lehme über verkarsteten Kalken vorkommen.

Im Tiefland westlich der Elbe tritt es nur vereinzelt auf; im Tiefland östlich der Elbe ist es häufiger anzutreffen, aber insgesamt- wie auch andernorts- selten, und in großen Gebieten Mitteleuropas fehlt es. Es steigt in den Alpen bis 2000 m auf.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Die Texte dieses Artikels basieren in Teilen auf dem Wikipedia-Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos dieser Webseite sind darin nicht eingeschlossen und unterliegen dem vollen Urheberrecht!

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Kenndaten

Ordnung Asparagales
Familie Orchidaceae
Art Kriechendes Netzblatt
Wiss. Goodyera repens
Autor (L.) R. Br.
Rote Liste D -
Häufigkeit mittel
Höhe 5 - 30 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Orchideen in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/pflanzenarten/orchideen/kriechendes-netzblatt/
Datum: 11.12.2018
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