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Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)

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Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)

Die Fliegen-Ragwurz wächst als zierliche, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 40 Zentimetern. Dieser Geophyt bildet zwei unterirdischen, eirunden Knollen als Überdauerungsorgane. Die dünnen, grünlich-gelben Stängel. Die zwei bis fünf Laubblätter sind in einer grundständigen Rosette angeordnet, nicht wie bei den anderen heimischen Ragwurzen am Boden anliegend, sondern steil aufrecht.

Zwei bis zwölf, selten auch mehr Blüten stehen locker angeordnet in einem langen, ährigen Blütenstand zusammen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und dreizählig. Die Kelchblätter sind grün, 5 bis 9 Millimeter lang und 3 bis 4 Millimeter breit. Die Kronblätter sind fadenförmig, behaart und 6 bis 10 Millimeter lang. Die dreilappige Lippe ist 10 bis 12 Millimeter lang, leicht behaart und der Mittellappen ist gespalten. Die Farbe meist braun mit leichter Tendenz zum rötlichen. Das Mal steht direkt in der Mitte der Lippe, grau-blau bis metallisch-blau gefärbt.

Verbreitung

Verbreitung Ophrys insectifera

In den Kalkgebieten Deutschlands kann die Fliegen-Ragwurz bei geeigneten Lebensräumen teilweise noch häufig sein. In Norddeutschland ist sie aufgrund fehlender Lebensräume selten.

Hinweis: Datengrundlage der Karte ist die Datenbank FlorKart (BfN) aus deutschlandflora.de (NetPhyD), wie sie auf www.floraweb.de zur Verfügung gestellt wird (Datenstand 2013, zuletzt aufgerufen am: 01.07.2016)


Ökologie

Da die Knolle der Fliegen-Ragwurz hauptsächlich aus Wurzel besteht wird sie als Wurzelknolle bezeichnet; sie trägt aber an ihrer Spitze einen kleinen Sprossteil, der im nächsten Jahr zu einem oberirdischen Spross auswächst. Man spricht auch von einer Wechselknolle, da pro Jahr eine neue Knolle als Seitenorgan aus der Achsel des untersten Niederblatts entsteht und dieses durchbricht. Die Wurzel wird mit dem Ständerpilz Thanatephorus besiedelt. Wie viele andere Orchideen beginnt die Pflanze ihre Entwicklung zunächst unterirdisch, indem sie auf dem Pilz parasitiert, und erst nach Jahren bildet sie blühfähige Sprosse aus. Eine Samenentwickling ist nur bei Anwesenheit des Mykorrhiza-Pilzes möglich.

Blütenökologisch handelt es sich bei der Fliegen-Ragwurz um Lippenblumen vom Orchis-Typ. Nektar fehlt, dafür wird ein „anbohrbares Gewebe“ angeboten. An der Basis der Blüte befinden sich glänzende Höcker als „Scheinnektarien“, die vermutlich ökologisch unbedeutend sind. Es handelt sich bei dieser Art um eine typische Insektentäuschblume, oder auch Sexualtäuschblume. Die Blütenblätter täuschen die Form einer Wespe vor und locken mit Aussendung des Sexualhormons, beziehungsweise des Duftstoffs die Männchen von Grabwespen (vor allem Argogorytes mystaceus) an. Diese führen auf der Lippe Begattungsbewegungen aus, wobei die Pollinien übertragen werden. Dieses Verhalten hört nach dem Schlüpfen der Weibchen auf. Die Fernanlockung wird durch Ähnlichkeit der Lippe mit dem Weibchen, die Nahanlockung durch spezifischen Duft und Berührungsreize erreicht.

Die Bestäubung durch Insekten ist insgesamt spärlich; in Mitteleuropa erfolgt meist Selbstbestäubung. Die Samenbildung ist teilweise apomiktisch. Chemorassen unterscheiden sich in der Zusammensetzung ihrer Duftstoffe. Deshalb wurde z.B. in Frankreich auch eine Andrena-Art als Bestäuber festgestellt. Die fachspaltigen Kapselfrüchte öffnen sich, wenn sie trocken sind, durch Längsspalten. Die Früchte sind Wind- und Tierstreuer. Jede Kapselfrucht enthält mehrere Tausend Samen. Die winzige Samen weisen ein Gewicht von nur 0,005 mg auf. Sie werden mit dem Wind als Körnchenflieger fortgetragen und besitzen eine Sinkgeschwindigkeit von 20 cm/s. Es wurden Flugweiten von bis zu 50 km nachgewiesen.

Die Blütezeit erstreckt sich von Anfang Mai bis Juli. Fruchtreife ist von August bis Oktober. Der Samenansatz bleibt jedoch meist unter 10 %.

Die Fliegen-Ragwurz gedeiht am besten auf kalkhaltigen, lockeren, lehmigen oder tonigen Böden mit guter Humusbeimischung. Sie bevorzugt Halbtrockenrasen, Gebüsche oder lichte Trockenwälder in Gegenden mit sommerwarmem Klima. Sie steigt in den Alpen nur selten über Höhenlagen von 1500 Meter auf.

Gefährdung

Die Fliegen-Ragwurz ist in Mitteleuropa selten, sie kommt aber an ihren Standorten zuweilen in kleinen, lockeren und nicht allzu individuenreichen Beständen vor.

Lebensraum

Die Fliegen-Ragwurz gedeiht auf Magerrasen, Trockenrasen, Halbtrockenrasen, in lichten Kiefernwälder, selten auch Kalkflachmoore oder humusdurchsetzte Schotterbänke von Gebirgsflüssen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

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Kenndaten

Ordnung Asparagales
Familie Orchidaceae
Art Fliegen-Ragwurz
Wiss. Ophrys insectifera
Autor L.
Rote Liste D 3
Häufigkeit mittel
Höhe 15 - 50 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Orchideen in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/pflanzenarten/orchideen/fliegen-ragwurz/
Datum: 25.09.2018
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