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Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

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Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Das Rote Waldvöglein ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die eine durchschnittliche Wuchshöhe von 20 bis 70 Zentimeter erreicht. Dieser Geophyt bildet kräftige, kurze, kriechende und abwärtsgerichtete Rhizome als Überdauerungsorgane, die meist verzweigt sind und durch Adventivsprosse zur Büschelbildung der Pflanzen beitragen.

Der zierliche, etwas kurvig gewachsene Stängel ist im unteren Teil kahl und im oberen Teil dicht drüsig behaart. Am Grunde des Stängels entstehen einige Schuppenblätter. Die zwei bis acht schmalen, lanzettlichen bis lineal–lanzettlichen Laubblätter sind 5 bis 14 Zentimeter lang und 1 bis 3 Zentimeter breit und werden zum Blütenstand hin kleiner. Auch die Tragblätter werden zur Stängelspitze hin kleiner.

Der lockere Blütenstand des Roten Waldvögleins, eine Ähre, ist langgestreckt und besteht aus einigen wenigen bis zu über 20 Blüten. Die rosaroten bis fast violetten und selten weißen Blüten werden bis 5 Zentimeter groß. Die kahlen, 15 bis 20 Millimeter langen und 7 bis 10 Millimeter breiten Kronblätter (Petalen) sind oval–lanzettlich. Die Kelchblätter (Sepalen) sind länglich–lanzettlich, 16 bis 23 Millimeter lang, 6 bis 7 Millimeter breit und außen behaart. Die 15 bis 20 Millimeter lange Lippe (Labellum) hat keinen Sporn, sondern am hinteren Teil eine an einen Sack erinnernde Ausstülpüng.[1] Sie ist zweigliedrig und im vorderen Teil dreieckig zugespitzt mit violettem Rand und gekräuselten, gelblichen Leisten. Der Fruchtknoten ist kurz, aufrecht und behaart und wird meist von den drüsigen Tragblättern überragt.

Verbreitung

Verbreitung Cephalanthera rubra

Das Rote Waldvöglein fehlt im Tiefland westlich der Elbe und ist nördlich und östlich von ihr nur selten anzutreffen. In den Mittelgebirgen und in den Alpen über Kalk oder auf basischem Boden kommt es ebenfalle nur selten und meist vereinzelt wachsend vor, es kann dort aber gelegentlich auch in kleineren Trupps auftreten. Es steigt in den Alpen kaum über 1000 m auf. In Deutschland ist das Rote Waldvöglein in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen anzutreffen.

Hinweis: Datengrundlage der Karte ist die Datenbank FlorKart (BfN) aus deutschlandflora.de (NetPhyD), wie sie auf www.floraweb.de zur Verfügung gestellt wird (Datenstand 2013, zuletzt aufgerufen am: 01.07.2016)


Ökologie

Die Blütezeit des  Roten Waldvögleins beginnt Ende Mai und erstreckt sich bis Ende Juli, gelegentlich bis Anfang August. Die Hauptblütezeit ist Mitte Juni bis Anfang Juli. Die Reifezeit der Früchte beginnt ab Oktober. Der Same dieser Orchidee enthält keinerlei Nährgewebe für den Keimling. Die Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz (Mykorrhiza). Die Dauer von der Keimung bis zur Entwicklung der blühfähigen Pflanze konnte noch nicht hinreichend bestimmt werden.

Das Rote Waldvöglein bevorzugt lichte, trockene Laubwälder (besonders Buchenwälder), Kiefern- und Fichtenwälder, Waldränder und Gebüsche bis 2600 Meter und ist seltener auf Halbtrockenrasen zu finden. Es liebt kalkhaltige Böden mit einem pH-Wert von 5,9 bis 8,2; kommt jedoch auch auf Sand- und Lehmböden vor (z.B. in Rheinland-Pfalz). Wie intensiv die Färbung der Blüten ausgeprägt ist, wird stark vom Kalkgehalt des Bodens bestimmt. Je kalkreicher der Untergrund ist, umso kräftigere Farben bilden sich heraus.

Die roten Blüten werden trotz fehlenden Nektars von Blattschneiderbienen der Gattung Chelostoma besucht. Offenbar verwechseln die Bienen die Blüten mit blau blühenden Glockenblumen-Arten der Gattung Campanula desselben Standorts, da die Reflexionsmuster beider Arten in dem für sie sichtbaren Wellenbereich fast identisch sind.

Das Rote Waldvögelein wir meist von Fliegen bestäubt, aber auch Selbstbestäubung ist erfolgreich, weil die Pollenpakete nach unten neigen und die Narben berühren. Es Blüht oft mehrere Jahre nicht.

Gefährdung

Das Rote Waldvöglein ist in Deutschland gefährdet.

Die Bestandsentwicklung in Deutschland ist rückläufig. Es existieren nur noch zerstreute Vorkommen mit kleinen Beständen. Es wurde festgestellt, dass die Fertilität bei ungünstiger werdenden Lichtverhältnissen abnimmt. Dies betrifft vor allem Standorte in Gebüschen und Laubwäldern. Regulierende Maßnahmen werden hier zum Bestandsschutz empfohlen. Grundsätzlich ist im Kontext von Wegebauarbeiten auf die Schonung von Waldrändern zu achten

Lebensraum

Das Rote Waldvögelein braucht zumindest kalkhaltigen oder doch basenreichen, lockeren, humosen, nicht zu trockenen Lehm- oder Tonboden mit guter Mullauflage. Es scheut volle Besonnung ebenso wie tiefen Schatten. Es besiedelt Laubwälder, Mischwälder und Kiefernbestände in warmen Lagen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

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Kenndaten

Ordnung Asparagales
Familie Orchidaceae
Art Rotes Waldvöglein
Wiss. Cephalanthera rubra
Autor (L.) Rich.
Rote Liste D 3
Höhe 20 - 65 cm

Höhenverbreitung

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Orchideen in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/pflanzenarten/orchideen/rotes-waldvoeglein/
Datum: 25.09.2018
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