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Kaisermantel (Argynnis paphia)

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Kaisermantel (Argynnis paphia)

Der Kaisermantel (Argynnis paphia) ist ein großer Tagfalter und erreicht eine Flügelspannweite von 55 bis 65 Millimetern. Die Flügeloberseiten der Männchen (Foto) sind leuchtend orange und haben braune Flecken, an den Adern 1 - 4 befinden sich dunkle Duftschuppenstreifen, welche man auf dem Foto auf dem linken Flügel gut erkennen kann. Die Weibchen sind dunkler und etwas grünlicher, die Duftschuppenstreifen fehlen, dafür sind die dunklen Flecken entlang des Vorderrandes der Vorderflügel kräftiger.

Die Flügelunterseiten der Vorderflügel sind blass orange, die Hinterflügel sind graugrün überdeckt mit einem schmalen, etwas geschwungenen Band vom Vorderrand zum Innenrand, dem der Falter auch seinen deutschen Namen Silberstrich verdankt. Die Flügelunterseite der Hinterflügel ist bei den Weibchen etwas stärker grünlich. Vereinzelt kann vom Kaisermantel eine dunklere, mehr ins erzfarbene, grünliche Form auftreten (Argynnis paphia f. valesina). Darüber hinaus werden für Europa werden viele Unterarten beschrieben, welche lokal bzw. in einzelnen Ländern vorkommen.

Verbreitung

Verbreitung Argynnis paphia

Der Kaisermantel ist Deutschland überall vertreten und teilweise häufig.

© Die Verbreitungskarte wurden im Rahmen des LepiDiv-Projektes erstellt und von der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz zur Verfügung gestellt.


Ökologie

Die Kaisermäntel fliegen jährlich in Mitteleuropa in einer Generation von Juni bis August. Sie saugen mit Vorliebe an Brombeerblüten, Skabiosen, Distelköpfen und insbesondere Wasserdost (Eupatorium perfoliatum, Foto).

Bei der Balz verfolgt das Männchen das Weibchen und umkreist es dabei von hinten unten nach vorn und von vorne oben nach hinten zurück, während das Weibchen mit gleichmäßigem Flattern ganz gerade fliegt. Das Männchen sendet dabei einen Lockstoff aus Duftschuppen aus. Wenn das Weibchen paarungsbereit ist, landet es auf einem Busch oder überhängenden Baumzweig und streckt seinen Hinterleib nach oben. Dabei gibt es aus Drüsensäcken ebenfalls einen Lockstoff ab. Die Vereinigung findet auf Blüten, Blättern oder am Boden statt, häufig so fest, dass das Paar vereinigt bleibt und das eine Individuum das andere mit herumträgt.

Die Eier werden an Baumstämmen (besonders an Kiefern und Fichten) abgelegt, in deren Nähe Veilchen wachsen. Das Weibchen beginnt in den Baumkronen seinen Suchflug. Hat es einen geeigneten Baum gefunden, lässt es sich senkrecht auf einen besonnten Platz am Boden fallen und sonnt sich. Danach fliegt es kurze Strecken dicht über den niederen Pflanzen und landet auf ihnen. Mit den Putzpfoten trommelt es heftig auf der zusammenhängenden Blattdecke und fliegt dann zur nächsten Stelle. Höherer Bewuchs wird dabei gemieden. Das Weibchen beginnt in etwa 1 - 2 m Höhe sprungweise, jedes mal nur einige Flügelschläge ausführend, an dem Baum aufwärts zu flattern. Zugleich umfliegt es etwas spiralig den Baum, um in Abständen von ½ - 2 m je ein Ei abzusetzen.  In etwa 4 m Höhe angekommen, verlässt es den Stamm, um an einem anderen wieder von unten zu beginnen.

Die Raupen schlüpfen im Spätsommer und verstecken sich am Stamm, ohne zu fressen, um zu überwintern. Erst im nächsten März werden sie wieder aktiv und kriechen nach unten, um Nahrungspflanzen zu suchen und beginnen zu fressen. Am Tag halten sie sich auf der Unterseite von Blättern verborgen und kommen nur in der Nacht hervor. Sie verpuppen sich an Kiefern oder an Zweigen in Bodennähe. Die Raupen ernähren sich von den Blättern von Echtem Mädesüß (Filipendula ulmaria), Wohlriechenden Veilchen (Viola odorata), Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana), Rauen Veilchen (Viola hirta) und anderen Veilchenarten.

Gefährdung

Der Kaisermantel ist aktuell nicht gefährdet.

Lebensraum

Kaisermäntel leben an sonnigen Waldrändern, blütenreichen Waldlichtungen mit strauchbewachsenen Rändern und auf von Wald eingeschlossenen Wiesen, besonders im Bergland. Nur selten verlassen die Falter die Waldgebiete.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Typische Lebensräume

Mittelwälder
Mittelwälder

Seltene Waldform in Deutschland ...

Nährstoffreiche, halbschattige Säume mittlerer Feuchte mit Knoblauchsrauke
Nährstoffreiche, halbschattige Säume mittlerer Feuchte mit Knoblauchsrauke

Wegränder in nicht zu trockenen Wäldern ...

Nährstoffreiche, halbschattige und feuchte Säume und offene Flächen mit Girsch
Nährstoffreiche, halbschattige und feuchte Säume und offene Flächen mit Girsch

Bunte Streifen an großen Fließgewässern ...

Niederwälder
Niederwälder

Kultur-Wald, der durch traditionelle Brennholzgewinnung entstanden ist ...

Orchideen-Buchenwald
Orchideen-Buchenwald

Blühende Orchideen in wärmebegünstigten Buchenwäldern ...

Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder auf wechselfeuchtem Untergrund
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwälder auf wechselfeuchtem Untergrund

Blütenmeer im Frühjahr und Kinderstube beeindruckender Käferarten ...

Waldmeister-Buchenwald
Waldmeister-Buchenwald

Geophytenreiche Buchenwälder, die auf basischen Böden wachsen ...



Weitere Lebensräume

Artenarme Bestände der nicht heimischen Goldrutenarten Solidago canadensis und S. gigantea
Artenarme Bestände der nicht heimischen Goldrutenarten Solidago canadensis und S. gigantea

Monokulturen nichtheimischer Pflanzenarten auf Ruderalflächen ...

Atlantische Brombeergebüsche und -säume
Atlantische Brombeergebüsche und -säume

Brombeergebüsche in besonnten und niederschlagsreichen Regionen ...

Atlantische Buchenwälder mit Stechpalme
Atlantische Buchenwälder mit Stechpalme

Atlantisch geprägte Buchenwälder mit Stechpalmen und Eiben ...

Bergfichtenwälder der Alpen
Bergfichtenwälder der Alpen

Alte Fichten trotzen in den hohen Lagen Wind und Schnee ...

Buchen-Ahorn-Mischwälder mit ausgeprägter Krautschicht in hohen Lagen
Buchen-Ahorn-Mischwälder mit ausgeprägter Krautschicht in hohen Lagen

Sehr bunte Laubmischwälder in den Bergen ...

Eichen-Birkenwälder der Sandebenen mit Pfeifengras oder Adlerfarn
Eichen-Birkenwälder der Sandebenen mit Pfeifengras oder Adlerfarn

5Wälder mit alten Eichen auf Sandböden des Flachlands ...

Gärten
Gärten

Ort der Entspannung und Spender wertvoller Lebensmittel ...

Hainsimsen-Buchenwald
Hainsimsen-Buchenwald

Einer der häufigsten Waldtypen unserer Mittelgebirge ...

Hartholz-Auwälder an Flüssen und Strömen
Hartholz-Auwälder an Flüssen und Strömen

Baumriesen und Lianen in artenreichen Auwäldern ...

Hutewälder
Hutewälder

Wälder als Vieweide ...

Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder auf warm-trockenen Standorten
Labkraut-Eichen-Hainbuchenwälder auf warm-trockenen Standorten

Der artenreiche Mischwald an wärmebegünstigten Standorten ...

Linden-Ahorn-Blockschuttwälder auf trocken-warmen Standorten
Linden-Ahorn-Blockschuttwälder auf trocken-warmen Standorten

Trockene Hangwälder auf grobem Untergrund ...

Nadelbaumforste mit heimischen Arten
Nadelbaumforste mit heimischen Arten

Artenarme Waldwüsten an untypischen Standorten ...

Nährstoffreiche Flächen bei Ställen und auf Viehweiden der Alpen (Lägerfluren)
Nährstoffreiche Flächen bei Ställen und auf Viehweiden der Alpen (Lägerfluren)

Ein nährstoffreicher Ort in der Nähe von Almhütten ...

Gebüsche und Hecken mit Schlehe und Weißdorn
Gebüsche und Hecken mit Schlehe und Weißdorn

Linienförmige Lebensadern in der Agrarlandschaft ...

Tannen-Buchenwälder der Mittelgebirge und Alpen
Tannen-Buchenwälder der Mittelgebirge und Alpen

Buchenwälder in höheren Lagen ...

Ulmen-Ahorn-Blockschutt- und Schluchtwälder auf basischem Untergrund
Ulmen-Ahorn-Blockschutt- und Schluchtwälder auf basischem Untergrund

Basische, schattige Wälder auf grobem Substrat ...

Ulmen-Ahorn-Blockschutt- und Schluchtwälder auf saurem Untergrund
Ulmen-Ahorn-Blockschutt- und Schluchtwälder auf saurem Untergrund

Kühle und feuchte Wälder in Schluchten und auf Blockschutthängen der Mittelgebirge ...

Zwergginster-Kiefernwälder auf trockenem, basischen Untergrund
Zwergginster-Kiefernwälder auf trockenem, basischen Untergrund

Steppen-Kiefernwälder an ihrer westlichen Verbreitungsgrenze ...


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Kenndaten

Ordnung Lepidoptera
Familie Nymphalidae
Art Kaisermantel
Wiss. Argynnis paphia
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D -
Häufigkeit häufig
Spannweite 5.5 - 6.5 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Tagfalter in Deutschland


Online: https://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/kaisermantel/
Datum: 17.06.2024
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