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Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

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Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)

Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) ist die große "Schwesterart" des Kleinen Fuchses, welcher einer unserer häufigsten Tagfalter ist. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 50 bis 55 Millimetern. Sie sehen dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) zwar sehr ähnlich, sind aber etwas größer und in den Farben stumpfer gefärbt. Sie haben orangefarbene, mit Schwarz, Gelb und Weiß gemusterte Flügeloberseiten. Der Rand der Hinterflügel ist deutlich schwächer blau gefärbt, aber gleichfalls dunkel umrandet. Die Hinterflügel sind fast gleichmäßig orange gefärbt und tragen je einen schwarzen Fleck.

Die Raupen des Großen Fuchses werden ca. 45 Millimeter lang. Sie sind dunkelgrau, fast schwarz gefärbt und haben am Rücken und auf den Seiten orange Binden. Daneben haben sie auch orange gefärbte, verästelte Dornenauswüchse

Verbreitung

Verbreitung Nymphalis polychloros

In Deutschland ist der Große Fuchs verbreitet, kommt aber v.a. in den wärmeren Regionen vor. Er ist aber nicht häufig.

© Die Verbreitungskarte wurden im Rahmen des LepiDiv-Projektes erstellt und von der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz zur Verfügung gestellt.


Ökologie

Die Falter saugen nur selten an Blüten, sondern bevorzugen austretende Baumsäfte. Im Frühjahr fliegen sie aber häufig blühende Weiden an. Man findet sie häufig, wenn sie sich mit ausgebreiteten Flügeln sonnen (Foto). Die Falter fliegen in Deutschland in einer Generation von Ende Juni bis August. Überwinternde Falter fliegen schon von März bis April.

Der Große Fuchs fliegt oft aus dem Süden als Wanderfalter nach Mitteleuropa ein. Die Weibchen legen ihre Eier auf der Rinde von dünnen Zweigen ihrer Futterpflanzen ab. Die Raupen leben gesellschaftlich, fressen aber einen Zweig nicht vollständig ab, bevor sie zum nächsten wechseln. Sie ernähren sich vor allem von den Blättern der Salweide (Salix caprea), aber auch von Blättern von Zitterpappel (Populus tremula), Apfelbaum (Malus domestica), Birnbaum (Pyrus communis) und von anderen Laubbaumarten. Sie verpuppen sich und schlüpfen noch vor dem Winter.

Gefährdung

Der Große Fuchs ist durch Intensivierungsmaßnahmen in der Land- und Forstwirtschaft gefährdet, da diese die Lebensräume der Art erheblich beeinträchtigen. So wurden Streuobstbestände durch Umwandlung in Ackerland oder Siedlungsanlagen vernichtet, Salweiden ausgeschlagen. Der Einsatz von Gift in der Obstbaumpflege wirkte sich ebenfalls negativ auf den Bestand der Falterart aus. Um die Art zu schützen, sollten vor allem die gesellig auftretenden Raupen nicht bekämpft werden.

Da die Populationen des Großen Fuchses in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen sind, wird er mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Tiere Deutschlands geführt.

Besonderheiten

Der Große Fuchs ist "Schmetterling des Jahres 2018".

Unser Kommentar

Der Große Fuchs ist heutzutage ein seltener Schmetterling, der früher sicherlich viel häufiger war. In den letzten 10 Jahren ist die Art - allderings mit jahrweise starken Schwankungen - wieder etwas häufiger geworden. Die Ursachen hierfür sind weitgehend unklar, doch könnten hier günstigere klimatische Bedingungen eine Rolle spielen. Überwinternde imagines sind im Frühling immer weider an den gleichen, struktureichen, südwestexponierten Waldrändern zu beobachten, wo sie Reviere besetzen. Ihre frisch geschlüpften Nachkommen sind Ende Juni nur kurz zu beobachten, bevor sie in Sommeruhe gehen und erst wieder ab Ende August vermehrt zu beobachten sind.

Lebensraum

Der Große Fuchs lebt in lichten Wäldern und deren Rändern, auf verbuschtem Trockenrasen und in Obstgärten.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

Typische Lebensräume

Hainsimsen-Buchenwald
Hainsimsen-Buchenwald

Schon zu Zeiten der Germanen einer der häufigsten Waldtypen unserer Mittelgebirge

Hartholzauewälder
Hartholzauewälder

Baumriesen und Lianen in artenreichen Auwäldern

Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald
Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald

Der artenreiche Mischwald an wärmebegünstigten Standorten

Natürlicher artenreicher Heckenzug
Natürlicher artenreicher Heckenzug

Linienförmige Lebensadern in der Agrarlandschaft

Orchideen-Buchenwald
Orchideen-Buchenwald

Blühende Orchideen (Rotes Waldvögelein) im Schutz von alten Buchen

Schlucht- und Hang-Blockschuttwälder
Schlucht- und Hang-Blockschuttwälder

Kühle und feuchte Wälder in Schluchten und auf Blockschutthängen der Mittelgebirge

Streuobstwiesen
Streuobstwiesen

Wertvoller Lebensraum und Obstlieferant zugleich

Waldmeister-Buchenwald
Waldmeister-Buchenwald

Geophytenreiche Buchenwälder, die auf basischen Böden wachsen

Wärmebegünstigte Säume und Waldmäntel
Wärmebegünstigte Säume und Waldmäntel

Trockene und sonnenexponierte Extremstandorte



Weitere Lebensräume

Bauerngärten
Bauerngärten

Ort der Entspannung und Spender wertvoller Lebensmittel

Buchen-Eichenwälder mit Stechpalme
Buchen-Eichenwälder mit Stechpalme

Atlantisch geprägte Buchenwälder mit Stechpalmen und Eiben

Buchsbaum-Gebüsche trockenwarmer Standorte
Buchsbaum-Gebüsche trockenwarmer Standorte

Submediterraner Lebensraum an wenigen Stellen in Deutschland

Eichenwälder der Sandebenen
Eichenwälder der Sandebenen

5Wälder mit alten Eichen auf Sandböden des Flachlands

Feuchte Heiden mit Glockenheide
Feuchte Heiden mit Glockenheide

Blühende Zwergsträucher in feucht-nassen Lagen

Feuchte Hochstaudenfluren an Gewässerufern und Waldrändern
Feuchte Hochstaudenfluren an Gewässerufern und Waldrändern

Ein buntes Blütenmeer entlang von Flüssen und Waldrändern

Hainsternmieren-Erlen-Auwälder
Hainsternmieren-Erlen-Auwälder

Der Wald im Hochwasserbereich von Bächen und Flüssen

Niederwälder
Niederwälder

Kultur-Wald, der durch traditionelle Brennholzgewinnung entstanden ist

Ökologisch bewirtschafteter Weinberg
Ökologisch bewirtschafteter Weinberg

Wärmeinseln und altes Kulturland

Ruderalflächen / Kulturbrachen
Ruderalflächen / Kulturbrachen

Der unbeachtete Kleinbiotop in Städten und Dörfern

Schotterbänke alpiner Flüsse mit Deutscher Tamariske
Schotterbänke alpiner Flüsse mit Deutscher Tamariske

5Die Deutsche Tamariske prägt einen der seltensten Lebensräume in Deutschland

Schotterbänke alpiner Flüsse mit Ufergehölzen der Lavendelweide
Schotterbänke alpiner Flüsse mit Ufergehölzen der Lavendelweide

5Weidendickicht an Wildflüssen der Alpen

Steppen-Kiefernwälder
Steppen-Kiefernwälder

Steppen-Kiefernwälder an ihrer westlichen Verbreitungsgrenze

Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald
Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwald

Blütenmeer im Frühjahr und Kinderstube beeindruckender Käferarten

Weiden Auwälder
Weiden Auwälder

Die Weichholzaue am Unterlauf der Flüsse


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Kenndaten

Ordnung Lepidoptera
Familie Nymphalidae
Art Großer Fuchs
Wiss. Nymphalis polychloros
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D V
Häufigkeit mittel
Spannweite 5 - 5.5 cm

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Tagfalter in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/grosser-fuchs/
Datum: 18.12.2017
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