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Alpenmurmeltier (Marmota marmota)

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Alpenmurmeltier (Marmota marmota)

Alpenmurmeltiere gehören zu den Nagetieren, mit auffälligen gelblichen Nagezähnen.

Zwischen weiblichen und männlichen Alpenmurmeltieren besteht kein auffälliger Unterschied, der es bei Feldbeobachtungen erlaubt, die Geschlechter voneinander zu unterscheiden. Männchen sind tendenziell etwas größer und schwerer.

Die Tiere haben eine Kopf-Rumpflänge von etwa vierzig bis fünfzig Zentimeter. Die Schwanzlänge beträgt zehn bis zwanzig Zentimeter. Das Gewicht schwankt innerhalb des Jahresablaufes. Gesunde, ausgewachsene Männchen wiegen aber mindestens drei Kilogramm. Das Gewicht der Weibchen liegt etwas darunter.

Der Kopf ist schwärzlich und grau mit heller Schnauze. Die Ohren sind klein und behaart. Das Fell besteht aus dichten, kräftigen Grannenhaaren und einer Unterwolle aus kürzeren, etwas gewellten Haaren. Die Fellfarbe ist grundsätzlich sehr variabel. Der Rücken kann schiefergrau, hellbraun oder rötlichbraun sein, die Körperunterseite ist meist mehr gelblich gefärbt. Vereinzelt treten auch Individuen mit einem schwärzlich wirkenden Fell auf. Das Fell wird einmal jährlich gewechselt. Bei den meisten Individuen findet dieser Fellwechsel im Juni statt.

Auffallend am Körperbau des Alpenmurmeltieres sind der muskulöse und kräftige Schultergürtel und die ausgeprägten Grabpfoten. Die Vorderbeine sind ein wenig kürzer als die Hinterbeine. Die Vorderfüße haben vier Zehen, die Hinterfüße dagegen fünf. Alpenmurmeltiere sind Sohlengänger, ihre Fußsohlen weisen gut ausgebildete Ballen auf und sind unbehaart.

Verbreitung

Murmeltiere gibt es in Deutschland nur in hohen Lagen der Alpen. Im Schwarzwald gibt es eine kleine Population, die jedoch angesiedelt wurde.

Ökologie

Alpenmurmeltiere sind in der Lage, auch mit extremen alpinen Bedingungen zurechtzukommen und besiedeln alpine Matten bis an den Fuß von Gletschern. Dabei erreichen sie gelegentlich Höhenlagen von 3.000 Metern. Ein geeigneter Lebensraum muss alpinen Rasen aufweisen, da sie nur hier ausreichend Nahrungspflanzen finden. Er muss außerdem einen tiefgründigen Boden bieten, der es den Murmeltieren ermöglicht, ihre ausgedehnten Baue anzulegen. Sie bevorzugen südlich exponierte Hanglagen, da diese Hänge im Frühjahr am frühesten schneefrei sind. An solchen Hängen setzt die Vegetationsperiode außerdem früher ein und dauert länger an.

Als Nahrung dienen Alpenmurmeltieren im zeitigen Frühjahr noch Wurzeln, später Blätter und Blüten einer Reihe von Kräutern und Gräsern. Alpenmurmeltiere leiden während der Sommermonate nur äußerst selten an Nahrungsmangel. Sie nutzen nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Nahrung und profitieren sogar davon, wenn die alpinen Matten, auf denen sie sich aufhalten, durch Rinder beweidet werden, da dies den frischen Pflanzennachwuchs fördert. Die Nahrungsaufnahme wird dagegen durch andere Faktoren begrenzt: Murmeltiere leiden schnell an Überhitzung und verbringen deshalb an warmen Tagen einen großen Teil der Tageszeit im kühleren Bau. Auch wiederholte Störungen durch Fressfeinde oder Menschen limitiert die Zeit, die die Tiere mit Fressen verbringen können.

Alpenmurmeltiere bevorzugen als Nahrung zellulosearme junge Triebe und Blüten. Unmittelbar nach dem Winterschlaf fressen Alpenmurmeltiere ohne spezifische Selektion alle verfügbaren frischen Triebe. Mit Zunahme des Nahrungsangebotes spezialisieren sie sich jedoch auf bestimmte Pflanzen. Zu diesen zählen der Alpenklee, mehrere Arten des Tragant, Labkraut, Mutterwurz, Alpen- und Berg-Wegerich. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Murmeltiere damit Pflanzen bevorzugen, die besonders reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind. Diese Inhaltsstoffe können vom Säugetierorganismus nicht selbständig generiert werden. Eine höhere Konzentration von essentiellen Fettsäuren im weißen Fettgewebe von Winterschläfern befähigt diese aber, während des Winterschlafes auch tiefere Körpertemperaturen zu tolerieren.

Der gemeinsame Winterschlaf, bei dem die Tiere bis zu einem Drittel des Körpergewichts verlieren, wird von Oktober bis März gehalten. Sie überdauern damit den Zeitraum, in dem in der Regel eine dicke Schneedecke verhindert, dass sie ausreichend zu fressen finden. Auslöser des Winterschlafes ist jedoch nicht der Rückgang verfügbarer Nahrung, sondern wird endogen durch eine innere Jahreszeituhr gesteuert. Auch das Erwachen aus dem Winterschlaf wird nicht durch exogene Reize gesteuert. Dem Winterschlaf voraus geht eine Phase, in dem die Murmeltiere in die Nestkammern trockene und abgestorbene Pflanzenteile eintragen. Dieses Material dient zur Polsterung und Isolierung der Nestkammer und stellt keinen Nahrungsvorrat dar. Den Eingang zu dem Bau, in dem die Alpenmurmeltiere ihren Schlaf verbringen, verschließen sie schließlich von innen durch einen bis zu zwei Meter langen Pfropfen aus Gras, Kot, Erde und Steinen. Der Winterschlaf wird in einem drei- bis vierwöchigen Turnus zum Absetzen von Kot und Harn unterbrochen. Jungtiere haben im Vergleich zu adulten Murmeltieren eine geringere Chance, den Winterschlaf unbeschadet zu überstehen, da sie nach ihrer Entwöhnung von der Muttermilch nur maximal drei Monate zur Verfügung haben, um entsprechende Fettreserven anzulegen. Auch bei ausgewachsenen Murmeltieren ist die Wintersterblichkeit hoch, wenn die Wetterbedingungen es ihnen nicht gestatten, ausreichende Fettreserven anzulegen. Besonders gefährdet sind vor allem die Weibchen, die Junge geworfen haben.

Die Paarungszeit setzt nach der Überwinterung im April/Mai ein und dauert etwa zwei Wochen. Nur das ranghöchste Weibchen des Familienverbandes kommt zur Fortpflanzung. Murmeltierweibchen pflanzen sich nicht jedes Jahr fort, sondern pausieren zwischen zwei Schwangerschaften mitunter bis zu 4 Jahre. Ob sie nach dem Winterschlaf trächtig werden, ist im Wesentlichen von ihrem Körpergewicht beeinflusst. Weibliche Alpenmurmeltiere zehren bis in die Säugezeit von den Fettreserven, die sie im Vorjahr angelegt haben. Sie sind daher nur in der Lage, sich fortzupflanzen, wenn ihr Körpergewicht eine Mindestgewicht überschreitet. Nach etwa fünf Wochen Tragzeit werden zwei bis sechs nackte, blinde, taube und zahnlose Junge gesetzt.

Der gefährlichste Fressfeind für ausgewachsene Murmeltiere ist der Steinadler. Bei Bedrohung warnen sie durch schrille Pfiffe, um sich dann rasch in die unterirdischen Bauten zurückzuziehen. Die Pfiffe sind sehr weit zu hören. Tiere profitieren auch von den Warnrufen von Familiengruppen in der Nachbarschaft. Die Alpenmurmeltiere verfügen über zwei unterschiedliche Warnrufe – einen einzelnen Pfiff und eine Folge von mehreren, sehr kurzen Pfiffen. Je nach Feind (auch der Mensch zählt dazu) werden unterschiedliche Pfiffe abgegeben.

Alpenmurmeltiere können 12 Jahre alt werden.

Gefährdung

Das Alpenmurmeltier gilt nicht als gefährdet. Nach intensiver Bejagung in der Vergangenheit, geniest das Alpenmurmeltier heute ganzjährigen Schutz. Die Bestände haben sich erholt.

Lebensraum

Offenes Grasland oberhalb der Baumgrenze in den Alpen. Bei abgeholzten Wäldern auch in tieferen Lagen.

Lebensräume in denen die Art vorkommt

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Kenndaten

Ordnung Rodentia
Familie Sciuridae
Art Alpenmurmeltier
Wiss. Marmota marmota
Autor (Linnaeus, 1758)
Rote Liste D -
Häufigkeit selten
Länge 40 - 50 cm
Nachkommen (max.) 6
Alter (max.) 12

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

Download Artenliste

Säugetiere in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/saeugetiere/alpenmurmeltier/
Datum: 26.05.2017
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