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Schlickgraswiesen am Meer

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Schlickgraswiesen am Meer

An der Meeresküste, im Wattenmeer Grasland zu sehen ist verwunderlich, wenn man sich vergegenwärtigt, welche Bedingungen für das Gras existieren: Es steht fast permanent in sehr salzhaltigem Untergrund, regelmäßig wird es durch das Meerwasser überspült und ist dann von der Luft abgeschlossen; nicht zuletzt ist es permanent dem Wellenschlag ausgesetzt, einer mechanischen Belastung für die Sprosse.

Es wird klar, das dies nur durch Spezialisten innerhalb der Gräser möglich ist, die eben diese Bedingungen gut tolerieren. Einer dieser Spezialisten ist das Schlickgras. Schlickgräser sind eine Gattung innerhalb der Gräser, welche bevorzugt an Meeresküsten wachsen. Bei uns findet man heute vorwiegend die neu entstandene Art Salz-Schlickgras (Spartina anglica), welche ursprünglich an der englischen Küste beheimatet war und sich seit einiger Zeit bei uns ausbreitet - ein Sachverhalt, der durchaus Probleme für andere heimische Arten darstellen kann (s.u.).

Mit diesem Gras ist quasi ein neuer Lebensraum - die Schlickgraswiesen - entstanden, den es vorher nicht so gab. Schlickgraswiesen findet man meistens an der Grenze zwischen Salzwiesen und freien Wattflächen bzw. dem Queller-Watt. Einzelne Bestände können aber auch isoliert im Wattenmeer auftreten. Das Schlickgras wächst dabei quasi als Monokultur, ist also die einzige Pflanzenart auf diesen Flächen.

Verbreitung

Verbreitung

Schlickgrasbestände sind nur an der deutschen Nordseeküste weit verbreitet, da das Schlickgras an der englischen Küste seinen Ursprung hat. An der Ostseeküste fehlt es folglich (noch).

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Schlickgrasbestände haben sich an der Nordseeküste etabliert. Da die Art Salz-Schlickgras (Spartina anglica) eher in der Ausbreitung begriffen ist, kann von einer Gefährdung nicht wirklich gesprochen werden. Im Gegenteil: es kann durchaus zu Problemen führen, wenn sich das Schlickgras an Stellen ansiedelt, wo natürlicherweise Queller oder andere Pflanzenarten im Übergangsbereich zwischen Küste und Meer wachsen. Aufgrund seiner Konkurrenzstärke kann es die heimischen Arten bedrängen. Betroffen sind Arten des Queller-Watts und insbesondere die Salzwiesen, in die sich das Schlickgras ebenfalls ausbreiten kann.

Der Naturschutz steht hier vor einem komplizierteren Problem: Ursprünglich gab es eine Art der Schlickgräser (Spartina maritima), welche im 16. Jahrhundert an den Küsten aufgetreten ist und im gewissen Maß als heimische Art bezeichnet werden kann. Diese Art hat sich mit einer um die Jahrhundertwende eingeschleppten amerikanischen Schlickgras-Art (Spartina alterniflora) gekreuzt. Aus dieser Kreuzung entstand letzlich über einen Zwischenschritt das Salz-Schlickgras (Spartina anglica), welches robuster war und sich seit dem ausbreitet. Es hat mittlerweile die bei uns heimische "Mutterart" fast vollständig verdrängt, ein Vorgang der kaum rückgängig zu machen ist. Strenggenommen müsste man die aktuellen Schlickgrasbestände ähnlich schlecht bewerten, wie andere "fremde" eingeschleppten Arten - sogenannte "Neophyten". Allerdings tritt hier der Sonderfall ein, dass es sich um eine neu entstandene Art handelt. Wie gesagt - kompliziert.

Es muss beobachtet werden, wie sich die Bestände des Schlickgrases ausbreiten. In einigen Ländern Europas gibt es bereits Untersuchungen, wie man das Schlickgras bekämpfen kann. Die Mahd in Salzwiesen soll z.B. eine weitere Ausbreitung verhindern.

Besonderheiten

Das Schlickgras wurde an der Nordseeküste ursprünglich zur Förderung der Landgewinnung angepflanzt, allerdings erfüllte es nicht die erhofften Effekte.

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Kenndaten

Name Schlickgrasbestände (Spartinion maritimae)
Natura 2000 1320
Häufigkeit mittel

Höhenverbreitung

Info Bundesländer


Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/kuesten-salzvegetation/schlickgrasbestaende-spartinion-maritimae/
Datum: 21.10.2017
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