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Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

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Moderlieschen (Leucaspius delineatus)

Das Moderlieschen ist ein kleiner Schwarmfisch mit maximal 10 (selten 12) cm Körperlänge. Die Seitenlinie, welche bei vielen Fischarten deutlich ausgeprägt ist, ist bei dem Moderlieschen nur kurz (vgl. Foto). Das Maul ist oberständig und steil nach oben gerichtet, die Schwanzflosse lang und ausgebuchtet. Die Tiere zeichenn sich zudem durch eine 10–11-strahlige Rücken- und eine 14–20-strahlige Afterflosse aus.

Die Flossen des Moderlischens sind farblos, entlang der Seiten ist ein grünlich-glänzender Streifen erkennbar. Insgesamt ist diese Art nicht außerordentlich auffällig gefärbt und kann mit Jungfischen anderer Fischarten - z.B. der Ukelei - verwechselt werden.

Verbreitung

Das Moderlieschen ist in ganz Deutschland verbreitet, aber nicht sehr häufig. Der Unterlauf des Rheins ist die westliche Verbreitungsgrenze der Art in Europa, von wo aus sich die Art über Norddeutschland und in die östlichen Bundesländer bis zum Schwarzen Meer ausbreitet.

Ökologie

Moderliesschen besiedeln hauptsächlich Stillgewässer mit starkem Pflanzenbewuchs, wo sie sich nahe der Oberfläche aufhalten. Sie ernähren sich dort von Insekten, welche auf die Wasseroberfläche fallen oder kleinen Tieren und Pflanzenteilen, welche im Wasser schweben (Phyto- und Zooplankton).

Die geselligen Fische laichen zum ersten mal nach 1 Lebensjahr, von Mai bis September. Die Männchen sind territorial und bewachen den Laichplatz und die Eier, welche vom Weibchen an Pflanzen, Wurzeln oder sonstigen Objekten angeklebt werden.

Moderliesschen leben besidners in Gewässern mit geringem Anteil von Fressfeinden (Raubfische).

 

Gefährdung

Das Moderlieschen wird auf der Roten Liste von Deutschland auf der "Vorwarnliste" gelistet.

Besonderheiten

Moderlieschen können sehr schnell neu entstandende Tümpel, wie sie z.B. in Flussauen mit natürlichem Überschwemmungsregime immer wieder entstehen, besiedeln. Es ist zu vermuten, dass dies durch verdriftete Pflanzenteile mit anheftenden Eierbändern oder vielleicht auch passive Ausbreitung der Eier über Wasservögel geschieht.

Der deutsche Name "Moderlieschen" leitet sich von "mutterlos" ab und ist auf die Beobachtung zurückzuführen, dass in neuen Tümpeln plötzlich diese Fische auftreten.

Unser Kommentar

Moderliesschen werden gerne in Gartenteichen ausgesetzt, in denen sie gut zu halten sind. Auch als "Futtertiere" werden sie verschiedentlich von Vogelkundlern ausgesetzt, um dem Eisvogel eine Nahrungsquelle zur Verfügung zu stellen.

Beide Maßnahmen sind kritisch zu betrachten, da gerade die Kleingewässer ein wichtiger Lebensraum für Insekten (z.B. Libellen) und Amphibien sind. Mit den Moderliesschen werden oft auch andere räuberische Fischarten ausgesetzt und der Besatz mit diesen Arten kann sich, besonders wenn es sich um ehemals fischfreie Habitate handelt, sehr negativ auf die Gruppen auswirken und sollte daher lieber nicht durchgeführt werden.

Lebensraum

In pflanzenreichen Stillgewässern oder Altarmen von Fließgewässern. Typisch wären beispielsweise auch neu entstandene Tümpel in Flussauen, die nur bei Hochwasser kurz an das Flusssystem angebunden waren.

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Kenndaten

Ordnung Cypriniformes
Familie Cyprinidae
Art Moderlieschen
Wiss. Leucaspius delineatus
Autor (Heckel, 1843)
Rote Liste D V
Häufigkeit mittel
Länge bis 10 cm
Fauna heimisch

Auftreten im Jahr

J F M A M J J A S O N D

Höhenverbreitung

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Süßwasserfische in Deutschland


Online: http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/suesswasserfische/moderlieschen/
Datum: 26.09.2017
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