Kein Treffer
Steppenrasen

© Alle Rechte vorbehalten. Interesse an dem Foto?

Steppenrasen

Der Name Steppenrasen deutet an, dass dieser Lebensraum sehr an Lebensräume erinnert, welche in den Steppen Süd-Osteuropas - z.B. in Ungarn - häufig vorzufinden sind. Die Steppenrasen sind ebenfalls Magerrasen auf flachgründigen, nährstoffarmen Standorten über Kalk oder Gips und finden sich – im Unterschied zu den ähnlichen orchideenreichen Kalk-Magerrasen - aber in (sub)kontinentalem Klima, d.h. unter Bedingungen mit trocken-warmen Sommern und trocken-kalten Wintern.

Zwar herrscht in Deutschland nur kleinräumig kontinentales Klima, aber auf Sonderstandorten und kleinräumig z.B. im Regenschatten von Mittelgebirgen können sich solche Steppenrasen ausbilden. Die Steppenrasen werden von Vegetationkundlern zu Magerrasen zusammengefasst, die durch den dominanten Walliser-Schafschwingel charakterisiert werden und deshalb den sperrigen Fachbegriff "Formationen des pflanzensoziologischen Verbandes Festucion valesiacae" tragen. Der Pflanzenaufwuchs ist aufgrund der extremen Standortbedingungen ähnlich dürftig wie in anderen Magerrasen oder in Heiden. Bei genauer Betrachtung stellt man darüber hinaus fest, dass der Untergrund lokal immer wieder freie Flächen aufweist, also nicht vollständig mit Pflanzen bedeckt ist. Das Foto zeigt einen solchen Steppenrasen im April, wenn erst wenige Pflanzen (z.B. Frühlings-Adonisröschen Adonis vernalis) blühen und noch vertrocknete Pflanzenteile vom Vorjahr das Bild dominieren.

Typische Grasarten sind Grauscheidiges Federgras (Stipa pennata), Walliser Schaf-Schwingel (Festuca valesiaca) und Haar-Pfrimengras (Stipa capillata). Weitere Pflanzenarten sind typisch - viele aber sehr selten in Deutschland: Dänischer Tragant (Astragalus danicus), Boden-Tragant (Astragalus exscapus), Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana), Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria), Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon), Stauden-Lein (Linum perenne) oder die Rote Schwarzwurzel (Scorzonera purpurea).

Steppenrasen sind Lebensraum für viele, insbesondere wärmeliebende Tierarten. Beispielsweise der Schmetterling Berghexe (Chazara briseis) oder verschiedene Wildbienenarten. Unter den Heuschrecken gibt es ebenfalls einige wärmeliebende Arten, die in diesem Lebensraum vorkommen können, beispielsweise: Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus), Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens), Rotleibiger Grashüpfer (Omocestus haemorrhoidalis) oder Westliche Beißschrecke (Platycleis albopunctata).

Die wechselwarmen Reptilien Zauneidechse, Smaragdeidechse und Schlingnatter lieben ebenfalls die klimatischen Bedingungen auf Steppenrasen.

Bildergalerie von typischen Pflanzenarten in diesem Lebensraum

Frühlings-AdonisröschenHaar-Pfriemengras

Verbreitung

Verbreitung

Steppenrasen haben ihren Verbreitungeschwerpunkt in Süd-Osteuropa und Deutschland ist quasi die westliche Verbreitungsgrenze dieses Lebensraumes. In Deutschland treten Steppenrasen deshalb nirgendwo häufig und großflächig auf, auch ihre Ausprägung ist meistens nicht ganz so typisch, wie am Ursprungsstandort.

Die Flächen liegen nicht selten auf den niederschlagärmsten und sonnenexponiertesten Standorten in einer Region. Ein gewisser Schwerpunkt der Verbreitung von Steppenrasen liegt in Brandenburg (Odertal) und Sachsen-Anhalt (östliches Harzvorland) sowie Thüringen (Thüringer Becken). Kleinere Vorkommen finden sich sonst noch in Sachsen, Südhessen, dem südlichen Teil von Rheinland-Pfalz oder in Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Steppenrasen wachsen auf Sonderstandorten und sind für die landwirtschaftliche Nutzung schon seit Jahrzehnten nicht mehr interessant. Deshalb kann Nutzungsaufgabe mit einhergehender Verbuschung ein Gefährdungsfaktor für diesen Lebensraum darstellen. Entbuschungsmaßnahmen, sowie eine extensive Nutzung - z.B. durch Beweidung mit Schafen und Ziegen - kann dieser Entwicklung Einhalt gebieten.

Wie alle nährstoffarmen/kargen Lebensräume, kann auch Nährstoffeintrag auf Steppenrasen die natürliche Artenzusammensetzung nachhaltig schädigen. Weitere Gefährdungsfaktoren sind Abbau oder zu intensive Freizeitnutzung, da dieser Lebensraum empfindlicher auf Trittbelastungen reagiert, als andere Lebensräume.

Tagfalter in diesem Lebensraum

Typische Arten

Berghexe
(Chazara briseis)

Die Hexe unter unseren Tagfaltern

Flockenblumen-Scheckenfalter
(Melitaea phoebe)

Wärmeliebender Scheckenfalter auf trockenen Wiesen in Süddeutschland

Himmelblauer Bläuling
(Polyommatus bellargus)

Ein kleiner Tagfalter mit himmelblauen Flügeloberseiten

Karstweißling
(Pieris mannii)

Ein Zuwanderer unter den Weißlingen mit Hauptverbreitung im Mittelmeergebiet.

Kleiner Schlehen-Zipfelfalter
(Satyrium acaciae)

Ein wärmeliebender Zipfelfalter auf Schlehengebüsch

Kleiner Sonnenröschen-Bläuling
(Aricia agestis)

Wärmeliebende Bläulingsart in schlichten Farben

Kleines Ochsenauge
(Hyponephele lycaon)

Der kleine Verwandte des häufigen Großen Ochsenauges

Kurzschwänziger Bläuling
(Cupido argiades)

Einer kleiner Bläuling mit großer Ausbreitungsfreude

Reseda-Weißling
(Pontia edusa)

Ein wanderfreudiger Neuankömmling unter den heimischen Weißlingen

Roter-Scheckenfalter
(Melitaea didyma)

Ein seltener und farbenprächtiger Tagfalter

Segelfalter
(Iphiclides podalirius)

Ein ausdauernder wärmeliebender Flugkünstler unter unseren Tagfaltern

Silbergrüner Bläuling
(Polyommatus coridon)

Einer unserer größten und schönsten Bläulingsarten

Weißdolch-Bläuling
(Polyommatus damon)

Ein seltener Bläuling mit auffälligem Strich auf den Hinterflügeln

Wundklee-Bläuling
(Polyommatus dorylas)

Ein seltener Bläuling auf Magerrasen, der Wundklee mag



Weitere Arten

Apollofalter, Apollo
(Parnassius apollo)

Vielleicht der schönste Tagfalter Deutschlands

Argus-Bläuling
(Plebeius argus)

Ein kleiner Bläuling mit Dorn am Schienbein

Braunauge
(Lasiommata maera)

Ein schöner Tagfalter mit markanten Augenflecken auf dunkelbraunem Grund

Braunkolbiger Dickkopffalter
(Thymelicus sylvestris)

Ein dickköpfiger Tagfalter mit braunen Fühlerspitzen

Distelfalter
(Vanessa cardui)

Der Wanderfalter unter Alpenüberquerer unter unseren Tagfaltern

Gemeiner Bläuling
(Polyommatus icarus)

Einer der häufigsten Bläulinge in Deutschland

Goldene Acht, Kleegelbling
(Colias hyale)

Ein Tagfalter mit einer Zahl auf dem Hinterflügel

Goldener-Scheckenfalter
(Euphydryas aurinia)

Ein Falter auf mageren Standorten und empfindlicher Bioindikator

Grüner Zipfelfalter
(Callophrys rubi)

Ein schimmernder Smaragd unter unseren Tagfaltern

Idas-Bläuling
(Plebeius idas)

Seltener Bläuling in Begleitung von Ameisen

Kleiner Fuchs
(Aglais urticae)

4Ein Fuchs unter unteren heimischen Tagfaltern

Kleiner Kohlweißling
(Pieris rapae)

Ein mittelgroßer Weißling mit Vorliebe für Kohlarten

Kleiner Perlmutterfalter
(Issoria lathonia)

Ein wanderfreudiger Perlmutterfalter, der auch in extensiven Agrarlandschaften sein Zuhause hat

Kleiner Waldportier
(Hipparchia hermione)

Gut getarnter Tagfalter in warmen Kiefernwäldern

Komma-Dickkopffalter
(Hesperia comma)

5Der Dickkopffalter mit einem Satzzeichen auf dem Flügel

Kreuzdorn-Zipfelfalter
(Satyrium spini)

Ein Zipfelfalter mit markantem Silberfleck auf der Unterseite

Malven-Dickkopffalter
(Carcharodus alceae)

Ein wärmeliebender und unscheinbarer Dickkopffalter

Mauerfuchs
(Lasiommata megera)

Ein Fuchs, der sich gerne auf Felsen und Mauern sonnt

Quendel-Ameisenbläuling
(Maculinea arion)

Ein seltener und großer Bläuling mit ungewöhnlichem Lebenszyklus

Reals Schmalflügel-Weißling
(Leptidea reali)

Unscheinbarer Weißling mit sehr ähnlichem Verwandten

Rotklee-Bläuling
(Polyommatus semiargus)

Ein häufiger Bläuling auf rotem Klee

Schachbrett
(Melanargia galathea)

Ein weiß-schwarzer Tagfalter, der seinen Namen von einem Brettspiel hat

Schwalbenschwanz
(Papilio machaon)

Einer der größten und schönsten Tagfalter Deutschlands

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
(Thymelicus lineola)

Ein orangfarbener Dickkopffalter mit schwarzen Fühlerkolben

Senfweisling
(Leptidea sinapis)

Ein kleiner Weißling mit ähnlicher Schwesterart in Deutschland

Silberfleck-Perlmutterfalter
(Boloria euphrosyne)

Veilchenfreund in dere Nähe von Wäldern und an Waldrändern

Storchschnabel-Bläuling
(Aricia eumedon)

Ein dunkler Bläuling auf Storchschnabelwiesen

Wegerich-Scheckenfalter
(Melitaea cinxia)

Ein orangebrauner Scheckenfalter mit Vorliebe für magere Lebensräume

Zahnflügel-Bläuling
(Polyommatus daphnis)

Ein Bläuling der Zähne zeigt

Zwerg-Bläuling
(Cupido minimus)

2Der Zwerg unter den heimischen Tagfaltern


Amphibien & Reptilien in diesem Lebensraum

Orchideen in diesem Lebensraum

Heuschrecken in diesem Lebensraum

Wanzen in diesem Lebensraum

()

Schnellzugriff

Kenndaten

Name Subpannonische Steppen-Trockenrasen
Natura 2000 6240*
Häufigkeit sehr selten

Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/grasland/subpannonische-steppen-trockenrasen/
Datum: 28.02.2017
© 2017 Deutschlands Natur. Alle Rechte vorbehalten.