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Bewaldete Küstendünen

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Bewaldete Küstendünen

Auf Küstendünen oder auf sandigen ebenen Flächen und Senken der Nord- und Ostsee können natürliche oder naturnahe Wälder wachsen. Dieses können Laubmischwälder mit Eichen, Birken und Buchen als dominierende Baumarten sein oder kiefernreiche Mischwälder.

Der Untergrund in diesen Wäldern ist meistens sauer und eben sandig. Sofern es sich um exponierte Stellen handelt, sind die Bäume aufgrund der starken Winde oft niedrigwüchsig und mehr oder weniger gekrümmt. Unter den Laubbäumen wären typische Arten beispielsweise Birken (Betula pendula, Betula pubescens ssp. carpatica; Foto), Zitter-Pappel (Populus tremula), Eberesche (Sorbus aucuparia), Stiel-Eiche (Quercus robur), Grau-Weide (Salix cinerea), Sal-Weide (Salix caprea) oder Ohr-Weide (Salix aurita). Vereinzelt können aus ehemals feuchten Dünenheiden bzw. Dünentälern auch feuchte Laubmischwälder entstehen, in denen dann Schwarzerlen wachsen. An der Ostsee treten stellenweise auch Buchenwälder und nach Osten zunehmend die genannten kiefernreiche Wälder auf.

In der Krautschicht können je nach Standort beispielsweise Sand-Segge (Carex arenaria), Geschlängelte Schmiele (Deschampsia flexuosa), Deutsches Geißblatt (Lonicera periclymenum), Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), bei feuchteren Bedingungen Torfmoose (Sphagnum spp.), Wasser-Schwertlilie (Iris pseudacorus) oder z.B. Wasser-Minze (Mentha aquatica) vorgefunden werden.

In diesen Wäldern kommen typische Waldvogelarten vor, wobei große höhlenbewohnde Arten tendenziell aufgrund der geringen Baumdicke fehlen. Das Land Niedersachsen nennt als typische Arten Waldschnepfe (Scolopax rusticola) und Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Mit zahlreichen anderen Arten ist jedoch zu rechnen - Wälder können an Küsten eine Mangelware darstellen und ziehen entsprechend Arten an.

Verbreitung

Verbreitung

An der Nordsee kommen bewaldete Dünen nur kleinflächig z. B. auf den ostfriesischen Inseln und bei Sankt Peter Ording vor. Für die Ostseeküste sind die Vorkommen der Buchen-Buschwälder und Sandkiefernwälder auf Dünen auf dem Darß bemerkenswert.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Hauptgefährdungsursachen sind bzw. waren die Beweidung der Dünen und (insbesondere früher) auch die Brennholznutzung. Stellenweise führt intensive Forstwirtschaft (Kiefernanpflanzungen) zu Beeinträchtigungen des Lebensraumes.

Eine Pflege der Dünenwälder ist nicht erforderlich. Sie sollten vielmehr einer natürlichen Entwicklung möglichst ohne forstwirtschaftliche Nutzung unterliegen. In einigen wenigen Regionen können Eichen-Niederwälder auf Dünen als historische Nutzungsform erhalten werden.

Heute sind die verbliebenen Wälder meistens in ausgewiesenen Schutzgebieten und somit keiner unittelbaren Gefährdung mehr ausgesetzt.

Tagfalter in diesem Lebensraum

Orchideen in diesem Lebensraum

Säugetiere in diesem Lebensraum

Heuschrecken in diesem Lebensraum

Wanzen in diesem Lebensraum

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Kenndaten

Name Bewaldete Dünen der atlantischen, kontinentalen und borealen Region
Natura 2000 2180
Häufigkeit selten

Höhenverbreitung

Info Bundesländer


Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/duenen/bewaldete-duenen-der-atlantischen-kontinentalen-und-borealen-region/
Datum: 28.06.2017
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