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Steppen-Kiefernwälder

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Steppen-Kiefernwälder

Nur an sehr wenigen Stellen in Deutschland findet man Standorte, an denen auf kalk- bzw. basenreichem Untergrund natürlicherweise Steppen-Kiefernwälder wachsen.

Der Name Steppen-Kiefernwälder nimmt Bezug auf die Standortbedingungen dieses Lebensraumes, welche verbreitet in den Steppengebieten Osteuropas vorzufinden sind. Es handelt sich eher um trockene, niederschlagsarme und nährstoffarme Wälder, die z.B. auf Kalkfels, Serpentinit oder basenreichen Sanden wachsen. In diesen lichten Wäldern ist die Waldkiefer (Pinus sylvestris) die dominierende Baumart und sie verdrängt neben anderen Baumarten auch die Buche, welche bei uns sonst sehr verbreitet ist. Vereinzelt können allenfalls Eichen als Begleitarten auftreten.

Die Krautschicht ist bedingt durch den lückigen Bewuchs der Kiefern vergleichsweise gut ausgeprägt. Da die Pflanzenarten von dem Untergrund - z.B. Sand oder Serpentinit - bestimmt werden, ist es schwierig typische Arten zu nennen, da man getrennte Listen führen müsste. Dennoch sollen beispielhaft Kleines Wintergrün (Pyrola minor), Berg-Gamander (Teucrium montanum), Felsen-Schaumkresse (Cardaminopsis petraea), Sandnelke (Dianthus arenarius), Katzenpfötchen (Antennaria dioica), Feld-Beifuß (Artemisia campestris), Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis, Foto) und verschiedene Seggenarten (Carex arenaria, Carex ericetorum, Carex humilis) genannt werden. Außerdem kann man auch Farne wie verschiedene Striefenfarnarten (Asplenium adulterinum, Asplenium cuneifolium) und Flechten (Cladonia sp.) vorfinden.

Bildergalerie von typischen Pflanzenarten in diesem Lebensraum

Frühlings-Adonisröschen

Verbreitung

Verbreitung

Der Verbreitungsschwerpunkt dieser Kiefernwälder liegt in Deutschland einerseits in kalkreichen Gebieten Süddeutschlands (z. B. Schwäbische und Fränkische Alb) und in Binnendünengebieten, andererseits auf basenreichen Sanden im Nordosten, v. a. in Mecklenburg-Vorpommern und im nordöstlichen Teil Brandenburgs.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Die meist kleinflächigen Relikte dieses Lebensraumes sind durch direkte Schädigung durch Befahren oder Tritt gefährdet, sowie durch den Eintrag von Nährstoffen und anderen Fremdstoffen.

Besonderheiten

Pollenanalysen belegen die stetige Anwesenheit der Kiefer im nördlichen Oberrheingebiet seit der späteiszeitlichen Kiefernsteppenzeit. Hier erreichen die kontinentalen Kiefernwälder die Westgrenze ihrer Verbreitung.

Tagfalter in diesem Lebensraum

Typische Arten

Kurzschwänziger Bläuling
(Cupido argiades)

Einer kleiner Bläuling mit großer Ausbreitungsfreude



Weitere Arten

Admiral
(Vanessa atalanta)

Einer unser schönsten großen Tagfalter

Argus-Bläuling
(Plebeius argus)

Ein kleiner Bläuling mit Dorn am Schienbein

Braunauge
(Lasiommata maera)

Ein schöner Tagfalter mit markanten Augenflecken auf dunkelbraunem Grund

Braunkolbiger Dickkopffalter
(Thymelicus sylvestris)

Ein dickköpfiger Tagfalter mit braunen Fühlerspitzen

C-Falter
(Polygonia c-album)

Ein häufiger Tagfalter mit sehr auffällig geformten Flügelrand

Distelfalter
(Vanessa cardui)

Der Wanderfalter unter Alpenüberquerer unter unseren Tagfaltern

Graubindiger Mohrenfalter
(Erebia aethiops)

Ein Mohrenfalter mit grauer Flügelbinde in unseren Mittelgebirgen

Großer Fuchs
(Nymphalis polychloros)

Der seltenere, große Verwandte des Kleinen Fuchses

Idas-Bläuling
(Plebeius idas)

Seltener Bläuling in Begleitung von Ameisen

Kaisermantel
(Argynnis paphia)

Der Kaiser unter den Tagfaltern Deutschlands

Karstweißling
(Pieris mannii)

Ein Zuwanderer unter den Weißlingen mit Hauptverbreitung im Mittelmeergebiet.

Kleiner Kohlweißling
(Pieris rapae)

Ein mittelgroßer Weißling mit Vorliebe für Kohlarten

Kleiner Perlmutterfalter
(Issoria lathonia)

Ein wanderfreudiger Perlmutterfalter, der auch in extensiven Agrarlandschaften sein Zuhause hat

Kleines Ochsenauge
(Hyponephele lycaon)

Der kleine Verwandte des häufigen Großen Ochsenauges

Komma-Dickkopffalter
(Hesperia comma)

5Der Dickkopffalter mit einem Satzzeichen auf dem Flügel

Kreuzdorn-Zipfelfalter
(Satyrium spini)

Ein Zipfelfalter mit markantem Silberfleck auf der Unterseite

Mauerfuchs
(Lasiommata megera)

Ein Fuchs, der sich gerne auf Felsen und Mauern sonnt

Reseda-Weißling
(Pontia edusa)

Ein wanderfreudiger Neuankömmling unter den heimischen Weißlingen

Rotklee-Bläuling
(Polyommatus semiargus)

Ein häufiger Bläuling auf rotem Klee

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
(Thymelicus lineola)

Ein orangfarbener Dickkopffalter mit schwarzen Fühlerkolben

Silbergrüner Bläuling
(Polyommatus coridon)

Einer unserer größten und schönsten Bläulingsarten

Tagpfauenauge
(Inachis io)

Einer der schönsten Tagfalter Deutschlands

Waldbrettspiel
(Pararge aegeria)

Der typische Tagfalter auf sonnigen Lichtungen in Wäldern

Wundklee-Bläuling
(Polyommatus dorylas)

Ein seltener Bläuling auf Magerrasen, der Wundklee mag

Zitronenfalter
(Gonepteryx rhamni)

Langlebiger Frühlingsbote, der harten Wintern trotzt

Zwerg-Bläuling
(Cupido minimus)

2Der Zwerg unter den heimischen Tagfaltern


Amphibien & Reptilien in diesem Lebensraum

Orchideen in diesem Lebensraum

Säugetiere in diesem Lebensraum

Heuschrecken in diesem Lebensraum

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Kenndaten

Name Kiefernwälder der sarmatischen Steppe
Natura 2000 91U0
Häufigkeit sehr selten

Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/waelder/kiefernwaelder-der-sarmatischen-steppe/
Datum: 08.12.2016
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