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Höhlen

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Höhlen

Höhlen sind auf den ersten Blick keine Lebensräume denen man eine besondere Bedeutung beimisst, da sie für den Menschen aufgrund ihrer Dunkelheit eher lebensfeindlich wirken. Und doch spielen sie eine wichtige Rolle als Lebensraum, insbesondere für unsere Tierwelt.

Das Höhlenklima ist sehr charakteristisch: Mehr oder weniger gleichbleibende Temperaturen im gesamten Jahresverlauf und zwar oberhalb des Gefrierpunktes. Höhlen haben zudem eine hohe, wenig schwankende Luftfeuchtigkeit. An diese Bedingungen hat sich eine spezielle Artengemeinschaft angepasst.

Pflanzen treten in Höhlen sehr zurück: Im Eingangsbereich können sich Moos oder Algenüberzüge auf dem Gestein bilden (Foto). Im Inneren der Höhle haben allenfalls Pilzarten eine überlebenschance, da sie kein Sonnenlicht benötigen. Umso bedeutender sind Höhlen als Lebensraum für Tiere. Auch in Deutschland gibt es Arten, die ausschließlich in Höhlen leben - sogenante Troglobionten. Meistens handelt es sich aber nicht um so markante Tiere, wie den Grottenolm, einem augenlosen Lurch ohne Farbpigmente, der in Deutschland natürlicherweise nicht vorkommt. Unter den Gliedertieren - z.B. aus den Gruppen der Flohkrebse, Weberknechte, Springschwänze und Pseudoskorpione gibt es aber sehr wohl Arten, die auch in Deutschland vorkommen. Oder beispielsweise Spinnenarten wie die Höhlenkreuzspinne oder Höhlenasseln, welche zu den Krebstieren gezählt werden.

Die isolierte Lage der Höhlen und damit fehlende Austausch der Tiere mit Vertretern aus anderen Höhlensystemen kann auch dazu führen, dass sich eigenständige Arten in einer Höhle bilden. Diese kommen weltweit nur in einer einzigen speziellen Höhle vor; man bezeichnet solche Einzelvorkommen allgemein als endemitische Vorkommen.

Bekannter sind Höhlen als Lebensraum für Tiere, welche diese nur zeitweise Nutzen. Hier sind insbesondere die Fledermäuse und auch Lurche wie der Salamander zu nennen. Die konstante Luftfeuchtigkeit und Temperaturen über dem Gefrierpunkt, selbst wenn im Winter außerhalb der Höhlen tiefste Temperaturen herrschen, lassen Höhlen zu idealen Überwinterungsräumen werden. Selbst unter den Nachtfaltern gibt es Arten, welche Höhlen als Überwinterungsraum nutzen.

Verbreitung

Verbreitung

Höhlen kann es in Deutschland in allen Mittelgebirgen und in den Alpen geben, sie fehlen folglich weitgehend in den nördlichen Bundesländern. Grundsätzlich ist dies in sauren und kalkreichen Gesteinen möglich. In Kalkgebieten wie der Schwäbischen und Fränkischen Alb häufen sich jedoch Höhlen in Form von Karst- oder Tropfsteinhöhlen. Sie sind durch Lösung der Gesteine und Auswaschung von Hohlräumen in Jahrhunderten entstanden.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Höhlen sind vor allem durch touristische Nutzung gefährdet, dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich: Die touristische Erschließung führt zu Störungen der Tiere, insbesondere bei störungsempfindlichen Arten wie z.B. den Fledermäusen in Überwinterungsquartieren. Darüber hinaus kann das Klima innerhalb der Höhlen empfindlich durch die Erschließung gestört werden und dadurch entstehen Bedrohungen für alle Tiere.

Weitere Faktoren sind die Einbringung von Licht in den natürlicherweise dunklen Lebensraum und möglicherweise Schad- und Nährstoffe. Verschließung der Eingänge von Höhlen durch Maßnahmen des Menschen verhindern selbstverständlich ebenfalls die Nutzung der Höhle als Überwinterungsquartier. Im Eingangsbereich können sich Müllablagerungen oder Freizeitaktivitäten (Lagern, Feuerstellen) negativ auswirken. Höhlenseen können durch Höhlentaucher beeinträchtigt werden, welche Trübstoffe aufwirbeln oder zu Stoffeintrag führen.

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Kenndaten

Name Nicht touristisch erschlossene Höhlen
Natura 2000 8310
Häufigkeit mittel

Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/felsen-hoehlen/nicht-touristisch-erschlossene-hoehlen/
Datum: 28.02.2017
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