Kein Treffer
Silikatschutthalden der Mittelgebirge

© Alle Rechte vorbehalten. Interesse an dem Foto?

Silikatschutthalden der Mittelgebirge

Bei entsprechendem Untergrundgestein und Hanglage konnten sich Schutthalten aus saurem Gestein bilden. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um mehr oder weniger locker liegende Anhäufungen von Schutt. Bedingt durch das Geländerelief und den wenig wasserbindenden untergrund, handelt es sich nicht selten um sehr trocken-warme Standorte. Der extreme Standort verhindert die Ausbildung eines Waldes und nur wenige Baumarten wie die Eichen können sich in den Randbereichen etablieren, wobei man denn kleinen knorrigen Pflanzen ihr hohes Alter meistens nicht ansieht. Der Lebensraum ist geprägt von dem groben bis sehr groben Substrat mit meist geringeren Anteil (aber nicht dem Fehlen) feiner Sedimente, da diese überwiegend ausgewaschen werden.

Zwischen den Steinen wachsen zerstreut verschiedene Pflanzenarten, welche den widrigen Bedingungen trotzen. Typisch ist der Gelbe Hohlzahn (Galeopsis segetum), welcher aber nicht überall anzutreffen ist. Außerdem Weidenröschen-Arten (Epilobium collinum und Epilobium lanceolatum), Klebriges Greiskraut (Senecio viscosus), Felsen-Fetthenne (Sedum rupestre), Schildampfer (Rumex scutatus) und Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia). Darüber hinaus können einige Farnarten in diesem Lebensraum wachsen, vor allem, wenn es sich um weniger trocken ausprägte Standorte handelt.

Unter den Tieren sind die wärmeliebenden Reptilien Kreuzotter, Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Mauereidechse (Podarcis muralis) und Zauneidechse (Lacerta agilis) zu nennen, sowie die nur noch an sehr wenigen Orten in Deutschland vorkommende Äskulapnatter (Zamenis longissimus).

An den Hängen - an Mosel und in den Alpen - kann der Apollofalter (Parnassius apollo) zu sehen sein, dessen Raupe sich von Fetthenne ernährt. Ansonsten die Schmetterlingsarten Segelfalter (Iphiclides podalirius), Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma) und Fetthennen-Bläuling (Scolitantides orion) nachgewiesen werden.

Bildergalerie von typischen Pflanzenarten in diesem Lebensraum

Breitblättriger HohlzahnGewöhnlicher TüpfelfarnRuprechtskraut

Verbreitung

Verbreitung

Schutthalden aus saurem Gestein sind in den sauren Mittelgebirgen verbreitet. Man findet sie z. B. in Eifel, Hunsrück, Westerwald, Schwarzwald, Erzgebirge oder dem Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge. Das Foto entstand am Edersee in Hessen.

© Verbreitungskarte. Quelle: BfN/BMUB 2013: Nationaler Bericht Deutschlands nach Art. 17 FFH-Richtlinie, 2013; basierend auf Daten der Länder und des Bundes. Datengrundlage: Verbreitungsdaten der Bundesländer und des BfN. URL: www.bfn.de/0316_bericht2013.html (zuletzt aufgerufen am: 23.02.2016)


Gefährdung

Diese Lebensräume sind in der Regel natürlich entstanden und bedürfen keine Pflege durch den Menschen. Gefährdungen entstehen unmittelbar durch Abbautätigkeit oder - aufgrund der Hanglage - durch Trittbelastungen. Wie nahezu alle Lebensräume werden auch Schutthalten aus saurem Gestein durch Nährstoffeintrag (Düngung) oder Pestizide der Landwirtschaft aus angrenzenden landwirtschaftlichen Gebieten beeinträchtigt.

Tagfalter in diesem Lebensraum

Typische Arten

Braunauge
(Lasiommata maera)

Ein schöner Tagfalter mit markanten Augenflecken auf dunkelbraunem Grund

Fetthennen-Bläuling
(Scolitantides orion)

Ein kleiner Bläuling mit auffälligen Flügelunterseiten

Kleiner Feuerfalter
(Lycaena phlaeas)

Der kleinste und häufigste Feuerfalter in unserer Fauna

Malven-Dickkopffalter
(Carcharodus alceae)

Ein wärmeliebender und unscheinbarer Dickkopffalter

Roter-Scheckenfalter
(Melitaea didyma)

Ein seltener und farbenprächtiger Tagfalter



Weitere Arten

Admiral
(Vanessa atalanta)

Einer unser schönsten großen Tagfalter

Apollofalter, Apollo
(Parnassius apollo)

Vielleicht der schönste Tagfalter Deutschlands

Argus-Bläuling
(Plebeius argus)

Ein kleiner Bläuling mit Dorn am Schienbein

Aurorafalter
(Anthocharis cardamines)

Ein Frühlingsbote mit leuchtend orangenen Flecken

Baumweißling
(Aporia crataegi)

Der seltene Weißling unter Deutschlands Tagfaltern

Berghexe
(Chazara briseis)

Die Hexe unter unseren Tagfaltern

Brauner Feuerfalter, Schwefelvögelchen
(Lycaena tityrus)

Bräunlicher Feuerfalter mit Vorliebe für sauren Ampfer

Braunkolbiger Dickkopffalter
(Thymelicus sylvestris)

Ein dickköpfiger Tagfalter mit braunen Fühlerspitzen

Distelfalter
(Vanessa cardui)

Der Wanderfalter unter Alpenüberquerer unter unseren Tagfaltern

Großer Kohlweißling
(Pieris brassicae)

Ein großer weißer Schmetterling mit Vorliebe für Kohlpflanzen

Kleiner Fuchs
(Aglais urticae)

4Ein Fuchs unter unteren heimischen Tagfaltern

Kleiner Kohlweißling
(Pieris rapae)

Ein mittelgroßer Weißling mit Vorliebe für Kohlarten

Kleiner Perlmutterfalter
(Issoria lathonia)

Ein wanderfreudiger Perlmutterfalter, der auch in extensiven Agrarlandschaften sein Zuhause hat

Kreuzdorn-Zipfelfalter
(Satyrium spini)

Ein Zipfelfalter mit markantem Silberfleck auf der Unterseite

Kurzschwänziger Bläuling
(Cupido argiades)

Einer kleiner Bläuling mit großer Ausbreitungsfreude

Mauerfuchs
(Lasiommata megera)

Ein Fuchs, der sich gerne auf Felsen und Mauern sonnt

Reals Schmalflügel-Weißling
(Leptidea reali)

Unscheinbarer Weißling mit sehr ähnlichem Verwandten

Schwarzkolbiger Braundickkopffalter
(Thymelicus lineola)

Ein orangfarbener Dickkopffalter mit schwarzen Fühlerkolben

Senfweisling
(Leptidea sinapis)

Ein kleiner Weißling mit ähnlicher Schwesterart in Deutschland

Tagpfauenauge
(Inachis io)

Einer der schönsten Tagfalter Deutschlands

Zitronenfalter
(Gonepteryx rhamni)

Langlebiger Frühlingsbote, der harten Wintern trotzt

Zwerg-Bläuling
(Cupido minimus)

2Der Zwerg unter den heimischen Tagfaltern


Amphibien & Reptilien in diesem Lebensraum

Heuschrecken in diesem Lebensraum

Wanzen in diesem Lebensraum

()

Schnellzugriff

Kenndaten

Name Kieselhaltige Schutthalden der Berglagen Mitteleuropas
Natura 2000 8150
Häufigkeit mittel

Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/felsen-hoehlen/kieselhaltige-schutthalden-der-berglagen-mitteleuropas/
Datum: 28.02.2017
© 2017 Deutschlands Natur. Alle Rechte vorbehalten.