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Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli)
Kreuzenzian-Ameisen-Bläuling (Maculinea rebeli) und Lungenenzian-Ameisen-Bläuling (Maculinea alcon) bilden eine Artengruppe, deren Artstatus nicht sicher ist - möglicherweise handelt es sich nur um eine Art (s. "Besonderheiten").
Der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli) hat eine Flügelspannweite von 3 bis 4 Zentimetern. Die Flügelunterseite ist hellgrau und zeigt hell umrandete, schwarze Flecken. Die Flügeloberseite des Männchens ist intensiv blau, die des Weibchens dunkelgraubraun. Beide Geschlechter haben ein schmales, bis zu 2 mm breites schwarzes Band am Flügelrand, dem ein weißer, fransiger Saum folgt. Bei den Männchen fehlen im Vergleich zu den meisten anderen Phengaris-Arten die schwarzen Postdiskalflecken auf der Oberseite, die sich beim Weibchen kaum vom Untergrund abheben. Vom Lungenenzian-Ameisenbläuling ist er faktisch nicht zu unterschieden, er kommt jedoch in anderen Lebensräumen.
Verbreitung
In Deutschland findet man den des Kreuzenzian-Ameisenbläuling vor allem in der Fränkischen und Schwäbischen Alb. Einzelne Vorkommenh im Kreis Höxter und Bodesneebecken.
Ökologie
Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Maculinea rebeli) ist eine wenig mobile und extrem standorttreue Art, die an Kalkmagerrasen gebunden ist. Individuen zeigen eine Flugdistanz von maximal 2,5 Kilometer. Ihre Flugzeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte Juli. Zu dieser Zeit legt das Weibchen am Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata), der einzigen Raupennahrungspflanze, ihre weißen Eier ab. Hier ernähren sich die Raupen von den Staubbeuteln, Fruchtknoten und Samen der Blüte. Nach der dritten Häutung im Spätsommer lassen sie sich zu Boden fallen und von einer Art der Knotenameisen, Myrmica schencki, in deren Nest eintragen. Dort werden sie als Brutparasiten bis zur Verpuppung im nächsten Jahr von ihren Wirten gefüttert. Dabei imitieren die Schmetterlingslarven zur Anpassung den Geruch von Ameisenlarven, zwischen denen sie liegen. Zudem erzeugen sie ähnliche Geräusche wie die Ameisenköniginnen, so dass sie bei Gefahr sogar bevorzugt gerettet werden.
Gefährdung
Die Abhängigkeit des Kreuzenzian-Ameisenbläulings (Maculinea rebeli) von Knotenameisen und Kreuzenzian auf den immer seltener gewordenen Kalkmagerrasen und seine geringe Mobilität erklären seine Bedrohungssituation. Deutschlandweit gilt die Art gemäß der Roten Liste als stark gefährdet (Kategorie 2).
Besonderheiten
Eller, Pfeifer & Rennwald (2007) [in Schulte et al. (2007): Die Tagfalter der Pfalz] schreiben zu Maculinea rebeli (jetzt Phengaris rebeli): "Bis heute ist nicht abschließend entschieden, ob es sich bei Maculinea alcon, dem Lungenenzian-Ameisenbläuling, und Maculinea rebeli um zwei getrennte Arten handelt oder lediglich um verschiedene Ökotypen. Beide Taxa können nicht mit letzter Sicherheit morphologisch auseinander gehalten werden. Auf die Zugehörigkeit zu einem der Taxa wird daher meistens ausgehend vom Fundort geschlossen. Während Maculinea alcon eher feuchte Standorte mit Lungen- oder Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana pneumonanthe, G. asclepiadea) bewohnt, lebt der Kreuzenzian-Ameisenbläuling auf trockeneren Flächen mit seiner namengebenden Wirtspflanze (Gentiana cruciata). Untersuchungen in jüngster Zeit sprechen gegen die Aufrechterhaltung des Artstatus von Maculinea rebeli. Besonders überzeugende Hinweise darauf, dass die Unterschiede zwischen den Formen nur marginal sind, lieferten in den letzten Jahren verschiedene genetische Studien: Pech et al. (2004) verglichen Morphologie und Ökologie, Als et al. (2004) DNA-Sequenzen, Pecsenye et al. (2005) und Bereczki et al. (2005) Allozyme. Steiner et al. (2006) konnten bei der Untersuchung larval-kutikulärer Substanzen keine taxonspezifischen Substanzen finden; lediglich ihre Zusammensetzung ließ ansatzweise eine Gruppierung zu. Auch die Eier wiesen nur sehr geringe morphologische Unterschiede auf. Steiner et al. (2006) sehen dennoch nicht zuletzt aus naturschutzpolitischen Gründen bisher von einer Synonymisierung der beiden Taxa ab."
Lebensraum
Der Kreuzenzian-Ameisenbläulings (Maculinea rebeli) wäre die Trockenbiotop-Art, wenn sie als eigene Art aufgeführt wird.
Lebensräume in denen die Art vorkommt
Die Texte dieses Artikels basieren in Teilen auf dem Wikipedia-Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. Die Fotos dieser Webseite sind darin nicht eingeschlossen und unterliegen dem vollen Urheberrecht!
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Kenndaten
| Ordnung | Lepidoptera |
|---|---|
| Familie | Lycaenidae |
| Art | Kreuzenzian-Ameisenbläuling |
| Wiss. | Maculinea rebeli |
| Autor | (Hirschke, 1904) |
| Rote Liste D | 2 |
| Häufigkeit | sehr selten |
