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Alpine Bäche

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Alpine Bäche

Bäche in den Alpen oder am Alpenrand sind stark durch die dort herrschenden klimatischen Bedingungen beeinflusst. Bedingt durch die Höhenlage werden die Niederschläge in den Wintermonaten in Form von Eis und Schnee gebunden, dadurch kann es zu sehr niedrigen Wasserständen, in Extremfällen sogar Austrocknungen, kommen. Der Zeitpunkt der Schneeschmelze in den Alpen ist vergleichsweise spät, so dass in alpinen Bächen erst in den Sommermonaten hohe Wasserstände durch Schmelzwasser auftreten. Fallen Niederschläge und Schneeschmelze zusammen, kann es zu starken Hochwassern kommen. In den Alpen und am Alpennordrand sind die Niederschläge generell sehr hoch und auch dies kann ebenfalls zu Extremabflüssen führen.

In alpinen Bächen ist die Wassertemperatur meist niedrig, Sauerstoffgehalt und Fließgeschwindigkeit hoch. Das Bachbett hat gröbere Substrate - meist Steine und Blöcke. Phasenweise kann der alpine Bach auch über reine Felsflächen fließen.

Die Tierartengemeinschaft in den alpinen Bächen ist sehr artenreich und sehr anspruchsvoll, d.h. viele Arten benötigen genau diese Bedingungen und können in anderen Lebensräumen nicht überleben. Vornehmlich handelt es sich um Wasserinsekten aus den Gruppen Eintagsfliegen, Steinfliegen, Köcherfliegen und Wasserkäfer, wobei die Gemeinschaft generell strömungsliebend ist und ihre Nahrung aus dem Wasser filtriert. Aufgrund des geringen Wasserkörpers und den speziellen Bedingungen ist die Fischgemeinschaft in diesem Lebensraum nicht sehr umfangreich ausgeprägt. Fische können - z.B. bei sehr starkem Gefälle - ganz fehlen, ansonsten sind z.B. Groppe und Bachforelle typische Arten.

Verbreitung

Alpine Bäche finden sich noch zahlreich in den Deutschen Alpen.

Gefährdung

Alle Fließgewässer sind durch Eingriffe in Abflussverhalten und Geschiebefracht sowie durch Stoffeinträge gefährdet. Dies kann durch Längs- und Querverbauungen in Form von Dämmen, Stauwehren oder Uferbefestigungen geschehen; auch unmittelbare Substratentnahme (Kies, Schotter) kann ein Problem darstellen. Selbstverständlich wirken sich auch Verrohrungen und Befestigungen des Flussbettes auf die Lebensgemeinschaften aus.

Bei Belastungen von Fließgewässern muss man sich immer vor Augen führen, dass die Folgen nicht auf den Ort des Ereignisses begrenzt bleiben, sondern quasi alle weiteren Abschnitte flussabwärts betroffen sind. Ein Giftunfall im Oberlauf kann die Artengemeinschaft im gesammten Fluss abtöten und Änderungen an der Geschiebefracht wirken sich noch dutzende von Kilometern weiter flussabwärts negativ aus.

Im Fall von alpinen Bächen - sofern sie in den hohen noch nicht besiedelten Bereichen liegen - sind Beeinträchtigungen noch vergleichsweise gering anzutreffen und man findet noch häufiger Abschnitte in denen die Artengemeinschaften typisch ausgeprägt sein. Für den Lebensraumtyp ist keine Pflege erforderlich. Es gilt die natürliche Fließgewässerdynamik uneingeschränkt zu erhalten, d.h. natürliche Wasserstandsschwankungen und auch Extremereignisse wie "Jahrhunterhochwasser".

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Kenndaten

Name Alpine Bäche
Häufigkeit häufig

Höhenverbreitung


Online: http://www.deutschlands-natur.de/lebensraeume/suesswasser/alpine-baeche/
Datum: 18.12.2017
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